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| Die Bedeutung des Biers für die heimische Gastronomie und den Tourismus bedarf keiner besonderen Erklärung. Für den Durst gibt es bei uns im Pustertal oft nur eine mögliche Antwort: ein kühles Bier. Bier ist bei uns zu einem kultivierten Getränk geworden, denn das Pustertal hat eine große Tradition im Braugerstenanbau und im Bierbrauen, aber auch im Biertrinken.
Seit mehr als 6000 Jahren wird schon Bier getrunken, kaum zu glauben. Schon die Babylonier und Sumerer brauten verschiedene Sorten Bier und auch die Herstellung und der Ausschank des Biers wurden streng geregelt. Im Pustertal ist die Geschichte des Biers um einiges jünger, aber immerhin: Die erste Erwähnung Südtiroler Biers fand man in Olang. Bei den Zehentabgaben eines Hofes sind im Jahr 985 aufgeführt: 10 situle vini und 20 situle cerevisie (Redlich, Acta Tirolensia 1, Nr. 17). Die Hochblüte erlebte das Pustertaler Brauwesen zur KuK-Zeit. Nach einer Auflistung für Tirol von 1839 war das Pustertal die wichtigste Brauregion. Hier gab es 11 Brauer und an der Etsch einen. Andere Regionen Südtirols sind nicht ausgewiesen. Aus einer Zeitungsnotiz von 1906 geht hervor, dass die Pusterer Biere reißenden Absatz fanden. Zu den wichtigsten Brauorten im Pustertal zählten Bruneck, Sand in Taufers, Toblach und Lienz. Die Landwirte ernteten im gleichen Jahr 240.000 Metzen Gerste. Die Pustertaler Brauereien stellten ihre Produktion mit Beginn des 1. Weltkriegs ein. Da es sich durchwegs um Kleinbrauereien handelte, litten sie besonders unter den Folgen des Krieges und dem überholten Steuersystem. aus Bierland Südtirol von W. D. Speckmann, 1995 |
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